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50er vor Ort

Vorträge zur Kultur- und Lokalgeschichte
in ausgewählten Gebäuden der Fünfziger Jahre
vom 2. November bis zum 23. November 2010

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›Fifties‹ versus ›Gute Form‹ – Design in den 1950er Jahren // Prof. Dr. Gerda Breuer
2.11.2010, 19 Uhr // Kirche Christ König, Westfalenweg 20, Wuppertal

Tütenlampe, Nierentisch und Tulpenstuhl – das, was heute als Design-Klassiker gehandelt wird, stellte in den 1950er Jahren einen alltäglichen Bestandteil des modernen Lebens dar. Im Design der 50er bildeten sich vor allem zwei Strömungen heraus: Auf der einen Seite entwickelte sich das so genannte ›Fifties‹-Design, welches das beglückende Gefühl einer sich im Aufschwung befindlichen Zeit einzufangen suchte, andererseits präsentierte sich die Gestaltung mit der ›Guten Form‹ zweck- und zukunftsorientiert. Aus diesen gegensätzlichen Herangehensweisen resultierten heftige Gestaltungsdebatten, deren kontroverse Argumentationen Gegenstand des Vortrags von Prof. Dr. Gerda Breuer (Bergische Universität Wuppertal) darstellen.

 

Kontinuität und Verdrängung. Deutsche Fotografie der Nachkriegszeit // Prof. Klaus Honnef
2.11.2010, 19 Uhr // Kirche Christ König, Westfalenweg 20, Wuppertal

Im Zeitalter der digitalen Bildbearbeitung erhält die Fotografie sowohl künstlerisch als auch inhaltlich eine neue Gestalt. Welchen Veränderungen diese Kunstform aus heutiger Sicht in den 1950er Jahren – nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges und vor dem Hintergrund der sich neu gestaltenden politischen Landschaft in Deutschland – unterlag, erläutert Klaus Honnef, Professor für Theorie der Fotografie, anhand lebendiger und anschaulicher Beispiele. Die Fotografie als künstlerische Ausdrucksform steht dabei genauso zur Diskussion wie die Arbeiterfotografie der DDR, die Illustrationsfotografie und die Subjektive Fotografie.

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›Nicht Raumkuben aneinanderreihen, sondern Kraftlinien bilden!‹ Der Künstler-Architekt Franz Krause (1897–1979) // Carmen Klement
9.11.2010, 19 Uhr // Haus Waldfrieden, Hirschstr. 12, Wuppertal

Organisch und dynamisch, so sollen Gebäude und Raumerfahrung sein! Wie der Architekt Franz Krause zu seiner meisterhaften Auffassung von Architektur und der virtuosen Arbeitsweise kam, der vor allem Experimentierfreude und künstlerisches Spiel zugrunde lag, führt Carmen Klement (Von der Heydt-Museum Wuppertal) in ihrem Vortrag aus. Besonders lebendig wird die Idee des Architekten der Villa Waldfrieden durch die Nähe zum Gebäude, das an diesem Abend eigens für die Veranstaltung geöffnet ist.

 

Ein Beweger, ein Impulsator – Der Lackfabrikant Dr. Kurt Herberts // Christiane Gibiec
9.11.2010, 19 Uhr // Haus Waldfrieden, Hirschstr. 12

Thema des Vortrags der Autorin und Journalistin Christiane Gibiec ist nicht nur die erfolgreiche Unternehmensführung der zwischen die gefährlichen Fronten des Zweiten Weltkrieges geratenen Lackfabrik, sondern auch das Leben und Werk eines von Innovationsgefühl, Kunstsinn und Menschlichkeit getriebenen Mannes. Dr. Kurt Herberts stellte als Beweger und Impulsator in den 1950er Jahren eine für Wuppertal unverzichtbare Größe dar, dem die Referentin mit der Publikation des gleichnamigen Buches in diesem Jahr (Nordpark Verlag) eine verdiente Anerkennung erwiesen hat.

Für diese Veranstaltung ist wegen er großen Nachfrage eine Anmeldung erforderlich.
Setzten Sie sich hierzu bitte mit dem Skulpturenpark in Verbindung.


www.skulpturenpark-waldfrieden.de

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Wuppertals Stadtplanung in den 1950er Jahren // Hans Joachim de Bruyn-Ouboter
16.11.2010, 19 Uhr // Firma Reeder & Kamp, Funckstraße 79, Wuppertal

Jede Stadt hat ein Gesicht – welches ist das von Wuppertal? Dieser Frage geht der Historiker und Denkmalpfleger Hans Joachim de Bruyn-Ouboter in seinem Vortrag über die Wuppertaler Stadtplanung in den 1950er Jahren auf den Grund. Eindrucksvoll erläutert er, wie die Rettung einer „an ihrer Verkehrsnot sterbenden Stadt“ durch überproportionale Verkehrsplanungen für mehr ›Autogerechtigkeit‹ den Verlust von Identität, Urbanität und Wesenhaftigkeit zur Folge hatte – ein Problem, das in Wuppertal bis heute anhält.

 

Die Mörder sind unter uns. NS-Täter aus Wuppertal und ihre Rückkehr in die ›Normalität‹ // Michael Okroy 16.11.2010, 19 Uhr // Firma Reeder & Kamp, Funckstraße 79, Wuppertal

Spannend, fast schon kriminalistisch mutet der Titel des Vortrags von Stadthistoriker Michael Okroy an diesem Abend an. Die Betrachtung der Nachkriegsbiografien nationalsozialistischer Wuppertaler Straftäter gibt einen interessanten, aber auch deprimierenden Einblick in das Leben jener Menschen, die sich nach Kriegsende als Politiker, Polizeiräte oder leitende Angestellte führender Unternehmen in einem scheinbar völlig normalen Leben einrichteten. Die Auseinandersetzung macht auch das vergangenheitspolitische Klima deutlich, welchem sich die Menschen ausgesetzt sahen – hin- und hergerissen zwischen Wiederaufbaueuphorie, Lebenslust und Verdrängung der Vergangenheit.

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Von Füchsen und Speckjägern: Der Wuppertaler Sportverein // Peter Keller
23.11.2010, 19 Uhr // Schwimmoper, Südstraße 29, Wuppertal – bitte den Tribünen-Eingang Südstraße benutzen

Das ›Tor!-Tor!-Tor!-Tor!‹ von Radio-Moderator Robert Zimmermann beim WM-Spiel gegen Ungarn, aus dem Deutschland 1954 als Sieger hervorgegangen war, ging um die ganze Welt! Und weil Fußball so schön ist und weil der beliebte Wuppertaler Sportvereins in unserer Stadt eine besondere Rolle spielt, erläutert Peter Keller (Leiter des Sport- und Bäderamtes der Stadt Wuppertal) an diesem Abend, wie sich der WSV nach seiner Gründung im Jahr 1954 auf deutschen Fußballfeldern schlug. Noch nie gezeigte Filmschnipsel aus den 1950er Jahren und Original-Aufnahmen von Wuppertaler Größen wie Horst ›Schimmi‹ ›Schorsch‹ Szymaniak und Günter ›Meister‹ Pröpper versprechen nicht nur für Fußballfans einen abwechslungsreichen und interessanten Einblick in die Vereinsgeschichte des WSV.

 

Der Wuppertaler Schwimmsport im Auf- und Umbruch der 50er Jahre // Ralf Beckmann
23.11.2010, 19 Uhr // Schwimmoper, Südstraße 29, Wuppertal – bitte den Tribünen-Eingang Südstraße benutzen

Als ›Swimming Fifties‹ könnten die 1950er Jahre in Wuppertal bezeichnet werden, denn nirgendwo sonst in Deutschland wurde so gern geschwommen wie hier. Als ehemaliger Bundestrainer Schwimmen geht Ralf Beckmann in seinem Vortrag vor allem auf den ›Wasserballboom‹ und die Entwicklung des Wettkampfschwimmens im Wuppertaler Nachkriegsjahrzehnt ein. Die Schwimmoper als größte deutsche Wasserballarena stellte hier mit attraktiven schwimmsportlichen Möglichkeiten ein Zentrum dar, weshalb die 50er Jahre zu einer ›Gründerzeit‹ der Schwimmhochburg Wuppertal zählen. Besonders anschaulich wird der Vortrag durch seine sportliche Bühne, der Schwimmoper selbst.